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Jahresnutzungsgrad von Heizsystemen

In der Berechnung der Heizkosten können Sie den Jahresnutzungsgrad eingeben.

Jahresnutzungsgrad ist das Verhältnis von Nutzenergie zu Endenergie. 

Nutzenergie Qh [kWh/a] (auch bezeichnet als Heizwärmebedarf (HWB) oder Heizenergiebedarfist die Energie, die an einen beheizten Raum, z.B. am Heizkörper, abgegeben wird. Auch das Warmwasser am Duschkopf und Wasserhahn ist Nutzenergie.

Endenergie Qf, QE [kWh/a] (auch bezeichnet als Endenergiebedarf (EEB)) ist die Energie, die auf der Rechnung angegeben ist (z.B. 3.000 kWh Strom, 1.000 l Öl, 8 rm Holz usw.)

Jahresnutzungsgrad [%]= (Nutzenergie [kWh/a]· 100) / Endenergie [kWh/a]

Endenergie Verlust Heizenergie Jahresnutzungsgrad

Der Jahresnutzungsgrad hängt von vielen Faktoren ab wie zum Beispiel: 

  • Wirkungsgrad des Heizkessels
  • Betriebsmodus des Heizkessels
  • Auslastung des Heizkessels (Teillast, Vollast)
  • Verluste im Puffer
  • Verluste im Verteilsystem
  • Bereitstellungsverluste
  • Nutzerverhalten

Heizungshersteller sprechen davon, dass Sie in Versuchsgebäuden einen Jahresnutzungsgrad von rund 90% erreichen. Ein so hoher Nutzungsgrad kann jedoch nur durch ein exakt dimensioniertes Heizsystem erreicht werden, bei dem der Heizkessel fast ausschließlich im Volllastbetrieb läuft. Außerdem sind ein genaues Energie-Monitoring und eine sehr intelligente Steuerung notwendig, um das Heizsystem stets optimal zu betreiben.

Der tatsächliche Jahresnutzungsgrad kann nur duch Messung mit einem Wärmemengenzähler durchgeführt werden. 

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Die Verbraucherzeitschrift Konsument hat für die Ausgabe 1/2014 folgende Daten für Jahresnutzungsgrade für alte und neue Heizungen ermittelt: 

Jahresnutzungsgrade von alten und neuen Heizungen
 alte Anlageneue Anlage
Holz Kaminofen 55 % 65 %
Holz Durchbrandkessel 50 % 65 %
Holz Holzvergaserkessel 65 % 80 %
Holz Kachelofen 60 % 75 %
Hackgut Zentralheizung * 80 %
Holz-Briketts Kaminofen 55 % 65 %
Holz-Briketts Kachelofen 60 % 75 %
Pellets Einzelofen * 78 %
Pellets Zentralheizung * 80 %
Erdgas Gaskonvektor 65 % 75 %
Erdgas Gaskessel 65 % 85 %
Erdgas Brennwertkessel * 99 %
Heizöl EL Einzelofen 60 % 70 %
Heizöl EL Gebläsekessel 65 % 85 %
Heizöl EL Brennwertkessel * 95 %
Strom Direktheizgerät * 99 %
Strom Speicherofen * 98 %
Erdwärmepumpe * JAZ 4
Fernwärme Zentralheizung * 90 %

* aufgrund fehlender Kenndaten nicht berechnet
Quelle: Konsument 1/2014

Kommentar von Dietmar Brünn |

Ist es möglich, dass für den mit geeichten Wärmemengenzähler erfasstem Gesamtverbrauch von ca. 23MWh/a 9t Pellets verbraucht werden?
Für eine Antwort wäre ich dankbar.

Antwort von Igor Reitmair

Hallo Herr Brünn, 
ja - aus das liegt absolut im möglichen Bereich. Es entspricht einem Jahresnutzungsgrad von ~ 56 %. 
Die Hersteller von neuen Pelletsöfen versprechen jedoch einen Jahresnutzungsgrad von ~ 80 %. Das wären dann statt 9 t nur noch 6,3 t Pellets. Gerechnet habe ich mit Norm-Pellets mit 4,6 kWh/kg. 


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