Bezahlte Anzeigen

Berechnung des Energieverbrauchs beim Lüften

von

Fenster lüften

Wieviel Energie braucht richtiges Fensterlüften. Soviel spart eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung.

Ein Gebäude benötigt bei kalter Außentemperatur Energie, um die Raumtemperatur aufrecht zu erhalten. Der Grund dafür ist, dass Wärme von innen nach außen gelangt. Dies geschieht durch Transmission durch die Bauteile (Wände, Fenster, Dach) und durch Lüftung (Fensterlüftung, Undichtheit, Lüftungsanlage). Bei den meisten Gebäuden ist der Verlust durch Transmission größer als durch Lüftung. Erst bei einem Gebäude nach Niedrigstenergie- oder Passivhausstandard wäre der Verlust durch Fensterlüftung größer als durch Transmission. Solche Gebäude werden in der Regel aber mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gebaut (Förderkriterium für Passivhaus).

Darum ist die Lüftung so wichtig

Menschen atmen ständig, wobei die Raumluft mit CO angereichert wird und O weniger wird. Ab einem CO-Wert von 0,1 % empfindet man die Luft als abgestanden. Ab 1 % als gesundheitsschädlich.
Auch Wasser wird ausgeatment. Die Luftfeuchtigkeit steigt im Raum. Zu hohe Feuchtigkeit empfinden wir als unangenehm. Feuchte Luft kondensiert an kalten Stellen und kann Schimmel und Bauschäden verursachen.
Außerdem entfernt man durch Lüften Schadstoffe und unangenehme Gerüche, z. B. solche, die aus Möbeln, Stoffen, Klebern usw. ausdunsten, aus der Wohnung.

Eine Mindest-Luftwechselrate von 0,5 /h gilt als Standard für Wohngebäude. Bei Gebäuden ohne automatische Lüftung bedeutet dies, dass mindestens alle zwei Stunden gelüftet werden muss. Außer das Gebäude ist so undicht, dass der Luftwechsel allein durch Undichtheiten in der Gebäudehülle zustande kommt. Ansonsten drohen Bauschäden durch Schimmel und eine Gesundheitsgefährdung durch zu hohen CO Gehalt.

Wird ein altes Gebäude saniert, z. B. durch neue, dicht eingebaute Fenster und Türen, kommt es sehr häufig zu Schimmel-Schäden, da nicht ausreichend gelüftet wird. Ich empfehle in diesem Fall dringend den Kauf eines Hygrometers mit Schimmelalarm. So ein Gerät kostet nur wenige Euro und hilft enorm, sich an das unbedingt notwendige Fensterlüften zu gewöhnen.

Für das Aufwärmen der Luft nach dem regelmäßigen Fensterlüften wird natürlich Energie benötigt.

Rechenbeispiel:

Beispiel:
Haus mit
Wohnfläche: 200 m²
Raumhöhe: 2,5 m
Dichte von Luft: ca. 1,2 kg/m³
Wärmekapazität von Luft: ca. 1 kJ/(kg·K)
Lufttemperatur innen: 20 °C
Lufttemperatur außen: 5 °C
Differenz ΔT: 15 °C

QLüftungsverlust = MLuft · cLuft · ΔT
QLüftungsverlust = VLuft · ρLuft · cLuft · ΔT
QLüftungsverlust = 200 · 2,5 · 1,2 · 1,2 · 15
QLüftungsverlust = 9000 kJ = 9000 kWs = 2,5 kWh

Ein gesamter Luftaustausch benötigt in diesem Beispiel 2,5 kWh Energie.

Multipliziert man diesen Wert mit der Luftwechselrate und den Stunden, an denen geheizt werden muss (Heizgradtage Deutschland: ~ 3000), so ergibt dies den jährlichen Energieverbrauch durch Luftwechsel.

2,5 · 0,5 · 3000 = 3750 kWh/a.
Bei einem Strompreis von 0,3 ct/kWh sind das € 1125,-/a
Bei einem Ölpreis von 0,06 ct/kWh sind das € 225,-/a

Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Einen wesentlich höheren Komfort als Fensterlüften bietet dagegen eine Wohnraumlüftung, sodass die Luft ständig und kontrolliert ausgetauscht wird. Sie können über Lüftungssysteme Wärme zurückgewinnen, indem die Abluft die frische Zuluft mittels Wärmetauscher vorwärmt. Die Effizienz dieser Wärmetauscher liegt bei ca. 80 bis 90 %. Hinzu kommt der Stromverbrauch des Ventilators, der aber so gering ist, dass er den Gewinn kaum beeinflusst (bei 20 Watt Leistung 174 kWh/Jahr · 30 ct/ kWh = € 52,20/a). Die Zuluft wird außerdem gefiltert, was vor allem für Pollenallergiker von Vorteil ist.

Im oben genannten Beispiel würde sich der Energieverbrauch fürs Wiederaufheizen der Luft bei 80 % Wärmerückgewinnung von 3750 kWh/a auf 750 kWh/a senken.

Bei der Sanierung sind dezentrale Geräte sehr einfach zum Nachrüsten. Solche dezentralen Geräte werden direkt in der Außenwand eingebaut und es werden keine weiteren Luftschächte, Kanäle oder Rohre benötigt.

Der Einbau einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung senkt den Heizwärmebedarf eines Gebäudes insgesamt. Vor allem aber den Anteil, der durch Lüftung verursacht wird. Der größte Vorteil ist aber der Komfortgewinn. Die Raumluft wirkt nie unangenehmn feucht und abgestanden, sondern sauber und frisch. Die Gesundheitsgefährdung durch zu hohen CO Gehalt und Schimmelsporen wird eliminiert. Die Gefahr von Bauschäden durch Feuchtigkeit und Schimmel wird ebenfalls eliminiert. Als Nachteil ist zu erwähnen, dass die Lüftung regelmäßig gereinigt werden muss und dass Filter regelmäßig getauscht werden müssen.

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar posten