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Endenergiebedarf bei Wohnungsinseraten

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Endenergiebedarf im Energieausweis

Bei den meisten Wohnungs- und Gebäudeinseraten wird ein Endenergiebedarf angegeben. Doch wie aussagekräftig ist dieser?

Endenergiebedarf

Dies ist die Endenergie pro Quadratmeter [kWh/(m²·a)] (alternative Schreibweisen: [kWh/(m²a)], [kWh/m²/a]), die ein Quadratmeter Gebäude/Wohnung während eines Jahres braucht. Die Endenergie ist die Energie, die letztendlich bezahlt wird, um ein/e Gebäude/Wohnung zu beheizen (in Form von Strom, Holz, Gas, Fernwärme, Heizöl, usw.).

Über den Endenergiebedarf sollten sich also die Heizkosten folgendermaßen berechnen lassen:

Jährliche Heizkosten = Endenergiebedarf · Wohnfläche · Energiekosten (pro kWh)

Bsp.: Wohnung mit 50 m² und 28 kWh/m²/a und Gasheizung (6,22 ct/kWh)

Jährliche Heizkosten = 28 · 50 · 0,0622 = € 87,-/Jahr (theoretisch)

So weit so gut! Doch das eigentliche Problem ist der Endenergiebedarf. Ein Wohnungs- oder Hausbesitzer erhält den Endenergiebedarf seines/r Gebäudes/Wohnung, indem er einen Energieausweis in Auftrag gibt. Dieser Energieausweis kann auf zwei verschiedene Arten ermittelt werden (diese Regelung gilt in Deutschland).

a) Über den tatsächlichen Verbrauch (verbrauchsorientierter Energieausweis)
b) Über die genaue Erfassung der Gebäudehülle (bedarfsorientierter Energieausweis)

Abweichung beim verbrauchsorientierten Energieausweis

Der verbrauchsorientierte Energieausweis hängt natürlich enorm vom Benutzerverhalten ab. Da für die Berechnung nur wenige Daten erforderlich sind, bieten viele Firmen an, den Energieausweis online zu berechnen.

Ein Einfamilienhaus mit zwei Etagen, in dem eine alleinstehende Person wohnt, die eine unbenutzte Etage nicht beheizt und im Winter einen Monat lang auf Urlaub fährt, verbraucht eine bestimmte Menge Energie. Eine mehrköpfige Familie, die das selbe Haus mit allen Etagen das ganze Jahr über bewohnt, verbraucht gewiss eine viel größer Menge Energie. Auch das Wärmeempfinden ist von Person zu Person unterschiedlich. Ein Grad mehr Temperatur bedeutet einen rund 6 % höheren Energieverbrauch.

Der tatsächliche Verbrauch der letzten drei Jahre wird für die Berechnung des verbrauchsorientierten Energieausweises verwendet - ohne Rücksicht auf das Benutzerverhalten.

Ohne das Benutzerverhalten des Vorbesitzers zu kennen, hat der Endenergiebedarf aus dem verbrauchsorientierten Energieausweis keine große Aussagekraft. Da man diese Berechnung dennoch sehr häufig anfindet, empfehle ich, den Vorbesitzer persönlich nach seinem Heizverhalten zu fragen. Falls dies nicht möglich ist, würde ich auf jeden Fall nach der Anzahl der Personen, Beruf und Alter der Vorbesitzer fragen, um daraus grob auf das Verhalten schließen zu können.

Abweichung beim bedarfsorientierten Energieausweis

Der bedarfsorientierte Energieausweis wird sehr genau berechnet. Die Gebäudehülle wird dabei von einem qualifizierten, ausstellungsberechtigten Energieausweis-Aussteller bis in das kleinste Detail erfasst. Mit den aufgenommenen Daten wird mittels einer zugelassenen Energieausweis-Software der Endenergiebedarf berechnet.

Der Endenergiebedarf im bedarfsorientierten Energieausweis ist ein exakter Wert, wieviel ein "Normbenutzer" bei einer "Norm-Zimmertemperatur (20 °C)" bei "Normklima" und "Normwetter" verbrauchen würde. Da in der Praxis höchstwahrscheinlich weder "Normbenutzer", "Norm-Zimmertemperatur", "Normklima" noch "Normwetter" zutreffen wird, ist auch dieser Wert nicht geeignet, um die zukünftigen jährlichen Heizkosten zu berechnen. Der Wert ist aber bestens dafür geeignet, um Gebäude miteinander zu vergleichen und um etwas über die Qualität des Gebäudes auszusagen.

Fazit

Sucht man eine Wohnung, sollte man auf jeden Fall den Energieausweis und den Endenergiebedarf betrachten. Hat man die Möglichkeit, das Heizverhalten des Vorbesitzers zu erfragen, so ist der verbrauchsorientierte Energieausweis nützlich, um die zukünftigen Heizkosten abzuschätzen. Liegt der bedarfsorientierte Energieausweis vor, so hat man eine gute Information über die Qualität des Gebäudes.

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