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Heizung optimieren - was bringt die Temperaturabsenkung

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Soll man, um richtig zu heizen, die Temperatur absenken und ab welcher Dauer kann man damit die Heizkosten senken?  

Diese Fragestellung habe ich schon mehrmals in Foren gelesen und die Antworten fallen meist sehr unterschiedlich aus. Wenn man die Temperatur absenkt, dann stoppt die Heizung so lange, bis die gewünschte niedrigere Temperatur erreicht ist. Um dann die Temperatur wieder zu erhöhen, braucht man eine Zeit lang mehr Holzpellets oder welche Energieform auch immer, um die höhere Temperatur wieder zu erreichen. Also steht die Frage im Raum, ob eine Absenkung möglicherweise sogar mehr kostet als ein Konstanthalten der Temperatur.

Meine Antwort lautet: Man braucht keinesfalls mehr Energie, aber es ist möglich, dass man bei kurzen Absenkzeiten keine Ersparnis hat.

In der folgenden beiden Grafiken zeige ich, wie der zu erwartende Verlauf der Heizlast und der Temperatur ist, wenn man die Temperatur um zwei Grad absenkt. Senkt man die Temperatur um zwei Grad ab, braucht man ~ 11,6% weniger Energie (im vorherigen Artikel erläutert).

Heizlast bei Temperaturabsenkung
Die Grafik zeigt den Verlauf der Heizlast. Die Heizung stoppt. Die Temperatur sinkt. Dann läuft die Heizung mit weniger Energie (~ -11,6 % bei 2 Grad). Beim Wiederaufheizen läuft die Heizung so lange auf Volllast, bis die höhere Temperatur erreicht wird.
Temperaturabsenkung Temperaturverlauf
In dieser Grafik sieht man den Verlauf der Temperatur bei einer Absenkung von 2 Grad. Wie schnell/langsam sich ein Raum/Gebäude erwärmt/abkühlt, hängt sehr stark von der Art des Gebäudes und den Speichermassen ab.

 

Ab welcher Absenkungsdauer sich die Temperaturabsenkung lohnt, hängt also davon ab, wie schnell das Gebäude auskühlt. Dies wiederum hängt von der Bauart und insbesondere von den Speichermassen ab. Bei Speichermassen wie massiven Ziegelwänden kühlt ein Gebäude langsamer ab. Bei einer Niedertemperaturheizung wie z. B. Fußbodenheizung oder Wandheizung dauert es länger, bis ein Raum wieder warm ist.

Die einzige Möglichkeit, das festzustellen, ist messen:

  • den Raum an einem kalten Tag auf die gewünschte Temperatur heizen,
  • die Heizung im Raum abstellen und am Thermometer beobachten, wie lange es dauert, bis der Raum um 2 Grad abkühlt
  • Zeit des Abkühlens notieren
  • die Heizung wieder starten und am Thermometer beobachten, wie lange es dauert, bis sich der Raum wieder erwärmt
  • Zeit des Aufheizens notieren

Wenn das Abkühlen beispielsweise 2 Stunden und das Wiederaufheizen 3 Stunden dauert (z. B. bei einer Niedertemperaturheizung), dann macht eine Absenkung nur für eine Dauer von über fünf Stunden Sinn.

Zum effizienten Heizen zählt meiner Meinung nach die Temperaturabsenkung in der Nacht. Wenn jemand die Heizung modernisieren möchte, dann machen auch programmierbare Thermostate Sinn, mit denen jederzeit die Temperatur in nicht benötigten Räumen gesenkt werden kann. Außerdem verpflichtet die EU seit 26. September 2015 das EU-Energielabel für Elektro-, Gas- und Ölheizkessel, Wärmepumpen und Blockheizkrafte sowie Warmwasserbereiter und Kombinationen verschiedener Heizgeräte. Für Biomassekessel wie z. B. Pelletheizungen ist dieses Energielabel erst ab April 2017 verpflichtend. Was bei einem Vergleich sofort auffällt ist, dass Geräte mit Brennwerttechnik am Label besser abschneiden. Sollte die Investition in eine neue Heizung wirtschaftlich nicht möglich sein, so kann man zumindest die alte Heizungspumpe austauschen oder eine Solarthermieanlage in Betracht ziehen.

Weitere nützliche Informationen zu richtig heizen und dem neuen Energielabel kann man auf www.intelligent-heizen.info finden.

Screenshot intelligent Heizen

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