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Modul 9 - Lüftungs- und Klimatechnik Grundlagen

von

Bürogebäude mit dezentrale Klimageräte
Ein altes Bürogebäude mit vielen dezentralen Klimageräten - keine schöne Lösung, um für ein angenehmes Raumklima zu sorgen [fotografiert in Omsk/Sibirien].

Das Modul Lüftungs- und Klimatechnik Grundlagen war definitiv sehr anspruchsvoll. Es ist auf jeden Fall interessant, welcher Aufwand in modernen Gebäuden für ein optimales Raumklima betrieben wird.

Eckdaten Modul 9 - Lüftungs- und Klimatechnik Grundlagen

  • Kursanbieter: WBS TRAINING AG
  • Dauer: 5 Tage, jeweils von 8:00 bis 16:00 Uhr, 45 Unterrichtseinheiten
  • Vortragender: Götz Beigel
  • Abschluss: zweistündige schriftliche Prüfung, Zertifikat
  • Teilnahmevoraussetzung: abgeschlossenes technisches Studium
  • Link zur Ausbildung

Kursinhalt Modul 9

  • Physiologische und hygienische Anforderungen an raumlufttechnische Anlagen
  • Physikalische Grundlagen, Mollier-h-x-Diagramm, Zustandsänderungen
  • Luftbefeuchtung und Lufttrocknung
  • Geräuscherzeugung und Lärmminderung in raumlufttechnischen Anlagen, Schalldämpfer
  • Regelungs- und Steuerungstechnik von raumlufttechnischen Anlagen

Was war für mich neu und was bekannt

Wenn man das Schema einer Klimaanlage das erste mal sieht, dann wundert man sich, wie viel Energie so ein System wohl benötigen muss. Enorme Mengen von Luft werden ständig transportiert, und diese Luft muss die richtige Temperatur und den richtigen Feuchtegehalt haben, bevor sie in den Raum gelangt.

Ein Mensch (Durchschnittswert) atmet pro Stunde 18 bis 20 l CO2 aus und verdunstet 40-50 g Wasser pro Stunde. Dies im ruhenden Zustand. In einem luftdichten Raum mit vielen Personen wäre die Luft bereits nach wenigen Minuten unangenehm. Auch die Wärmeabgabe mit 120 bis 270 Watt, bei 22°C je nach Tätigkeit, muss abtransportiert werden. Aus Grafiken und Tabellen (z.B. DIN 1946) kann man die benötigten Außenluftraten ablesen.

Hier ein paar Werte für Außenluftraten 

Einzelbüro 40 m³/h
Großraumbüro 60 m³/h
Versammlungsräume 20 m³/h
Unterrichtsräume 20 - 30 m³/h
Verkaufsraum 20 m³/h
Gaststätte 30 m³/h

Stellt man sich ein Großraumbüro mit 30 Mitarbeitern vor, dann sind das 1800 m³ Außenluft, die pro Stunde temperiert, be- bzw. entfeuchtet, und mit der richtigen Geschwindigkeit in den Raum transportiert werden müssen.

Zu beachten ist

Die eingeblasene Luft darf nicht zu kalt/heiß sein (max 6 K über bzw. unter Raumtemperatur). Die eingeblasene Luft darf sich im Raum nicht zu schnell bewegen (max. 0,35m/s). Die eingeblasene Luft darf nicht zu trocken/feucht sein (relative Luftfeuchtigkeit nicht unter 35 % und nicht über 65 %).

Fazit

Bei der Auslegung von Klimaanlagen sind mehr Parameter zu beachten, als bei der Berechnung von Heizungen (Heizlast und Heizwärmebedarf). Bei Gebäuden mit einer großen Außenluftrate spart die geschickte Auslegung der Lüftungstechnik.

Igor Reitmair

Über den Autor

Ich heiße Igor T. Reitmair und bin Betreiber der Webseiten heizkostenrechner.eu, waermepumpe-vom-profi.at, solaranlage-vom-profi.at und pelletsheizung-vom-profi.at. Während ich die oben angeführten Webseiten erstellte, besuchte ich Technikkurse bei verschiedenen Herstellern von Wärmepumpen, Biomasseheizungen und Solaranlagen.

Seit 2. März 2015 bin ich zertifizierter Energiemanager für gewerbliche und öffentliche Gebäude.

Seit Juni 2015 arbeite ich als bei der Thöni Industriebetriebe GmbH im Bereich Umwelttechnik als Technischer Redakteur und CE Koordinator.

Lebenslauf: reitmair.eu

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