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Primärenergie sparen mit einer ganz einfachen Maßnahme

von

Meistens schreibe ich über das Thema Heizkosten, in diesem Artikel schreibe ich, wie man mit einer minimalen Maßnahme CO2 einsparen kann. 

Manchmal, so habe ich das Gefühl, verbraucht man Energie und CO2, ohne es wirklich zu wollen. Ein Beispiel für eine ungewollte, besser gesagt unerwünschte Ressourcenverschwendung war für mich das viele Werbematerial, welches ständig bei mir im Postkasten landete. Das meiste davon interessierte mich überhaupt nicht und auf dem Weg vom Postkasten zur Wohnung machte ich oft einen Umweg zur Altpapiertonne, in der ein Stapel Werbematerial ungelesen landete. Weil mir dies mit der Zeit zu blöd wurde, habe ich schließlich einen entsprechenden Hinweis am Briefkasten angebracht und bin seitdem die unerwünschte Werbung im Briefkasten los.

Zum Abbestellen der Werbung reicht übrigens ein schriftlicher Hinweis "keine Werbung", um die Werbung abzubestellen - mehr dazu auf der Webseite der Verbraucherzentrale.

Bei der Produktion von Papier, beim Druck, bei der Zustellung usw. werden Ressourcen in Form von Energie und als Rohstoff vor allem Holz benötigt. Ich stellte mir die Frage, wieviel Primärenergie und CO2 mein Haushalt spart, seit ich die unerwünschte Werbung abbestellt habe.

In kurzer Zeit sammelt sich ein Stapel Werbematerial an

Unerwünschte Werbung in 2 Wochen

Um herauszufinden, wieviel Werbematerial im Laufe eines Jahres zugestellt wird, musste ich erst jemanden finden, der die Werbung noch nicht abbestellt hat. Zum Glück war eine Bekannte von mir so nett und hat die unadressierte Werbung zwei Wochen lang für mich gesammelt. Das Ergebnis: 2.835 Gramm in 2 Wochen. Sehr wenig, wie ich finde, denn ich hätte gedacht, dass es mindestens 5 kg sein werden. Aber die Dame wohnt am Land und dort gibt es anscheinend viel weniger Werbematerial als an meinem Wohnort mitten in der Stadt. Hochgerechnet auf ein Jahr wären das aber trotzdem 73,71 kg.

Briefkasten mit Hinweis gegen unerwünschte Werbemittel

CO2-Bilanz von Papier

Auch dieser Wert ist schwer festzustellen. Eine Quelle habe ich gefunden und dort ist von 1000 bis 2000 g CO2 pro kg die Rede.

CO2-Bilanz Druck

Hier konnte ich leider so gut wie keine Informationen finden. Lediglich eine Grafik, laut der bei Drucksorten 80% der CO2-Emissionen auf das Papier zurückzuführen sind. Daher nehme ich 100 bis 200 g CO2 pro kg Papier für den Druck an. 

Rechenbeispiel CO2 Bilanz für unerwünschte Werbung

Mit diesen Informationen komme ich also auf 1,1 bis 2,2 kg CO2 pro 1 kg bedrucktem Papier. Pro Jahr wären das 81,1 bis 162,2 kg CO2 pro Jahr, die für viele Haushalte absolut unerwünscht sind.
Ein Kleinwagen wie zum Beispiel ein Smart benötigt laut Herstellerangabe ab 93 Gramm pro km (0,093 kg/km). Mit den zuvor berechneten 162,2 kg CO2 pro Jahr könnte man mit dem Kleinwagen 1744 km weit fahren.
Der Stromverbrauch meines Tablets beträgt ca. 10 Watt. Laut Strommix in Deutschland emmitiert eine Wh Strom 0,559 Gramm CO2 (ergibt bei 10 Watt 5,59 g CO2/Stunde). 
Um mit dem Tablet 162,2 kg CO2 zu emittieren, müsste man sich 29.016 Stunden (mehr als 3 Jahre) lang ununterbrochen Werbung am Tablet ansehen. Die CO2 Bilanz des Tablets selbst habe ich hier nicht eingerechnet, da man sich das Tablet sicher nicht primär zum Werbunglesen anschafft. 

CO2-Bilanz Zeitung 

Eine weitere Quelle für die CO2-Bilanz von Zeitungen spricht von 0,3 bis 4,1 kg pro Zeitung. Eine Zeitung wiegt zwischen 200 und 400 Gramm.

Hätte man eine "worst-case" Tageszeitung, die 4,1 kg CO2 pro Stück benötigt, ein Jahr lang abonniert (360 Stk.), dann wären das 1.476 kg CO2/Jahr.
Ein Kleinwagen wie zum Beispiel ein Smart benötigt laut Herstellerangabe ab 93 Gramm pro km (0,093 kg/km). Mit den  berechneten 1.476 kg CO2 könnte man mit dem Kleinwagen 15.871 km weit fahren.

Aufkleber zum Werbung Abbestellen

Laut Sustainable Advertising ist die CO2-Bilanz von gedrucktem Werbematerial katastrophal. Im Jahr 2004 verursachte gedruckte Werbung allein in den USA über 7 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente. Ein weiteres neues Problem ist die Knappheit beim Rohstoff Holz. So gab es unlängst heftige Diskussionen um die Errichtung eines Biomassekraftwerks. Die Papierindustrie hatte heftige Einwände gegen die Errichtung des Biomassekraftwerks, das zu einer Preissteigerung beim ohnehin schon knappen Holz führen würde und drohte sogar mit der Abwanderung der Industrie (mehr dazu). 

Fazit

Ist das Werbematerial, welches im Briefkasten landet, tatsächlich unerwünscht, dann appelliere ich an solche Haushalte das Werbematerial abzubestellen, da einerseits unnötig CO2 in die Atmosphäre gelangt und auch um den knappen Rohstoff Holz zu sparen.
Als Alternative empfehle ich auch die App MeinProspekt XT für IOS, Android und Windows bzw. die Webseite www.meinprospekt.de.


Nachtrag vom 16. Feb. 2015: 
Auf n-tv.de erschien ein Artikel zu Jahresstromverbrauch von Smartphone, Tablet und Co. 
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Kommentar von Stefan |

Hallo Igor!

Im Schnitt sollen in Deutschland statistisch pro Person und Jahr (und ich gehe mal davon aus, dass da alle vom Säugling bis zum Greis erfasst sind) 33kg gedruckten Werbemüll erhalten.

(TerraX: Deutschland - Wie wir leben, Teil 3, zdfNeo)

Tageszeitungen etc. waren da nicht erfasst.

Mit 73kg pro Briefkasten liegst Du da mit Deiner Hochrechnung wohl ganz gut! :-)

Antwort von Igor Reitmair

Danke für die Info! Hier ist noch der Link zur Sendung: 
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1935994/Deutschland

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